Kinder(kranken)pflege

Krankheitsbilder

Wir möchten Ihnen in verständlicher Sprache fachlich kompetenten Rat bei fieberhaften Erkrankungen Ihrer Kinder geben.

Selbstverständlich können wir in diesem Rahmen nicht alle Ursachen für Fieber abhandeln, wir haben uns daher auf die häufigsten Krankheitsbilder beschränkt. Dabei ist es uns wichtig, Ihnen nicht nur die schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten, sondern auch sinnvolle Hausmittel und homöopathische Arzneien vorzustellen.

Bitte seien Sie sich immer bewusst, dass letztlich nur ein Arzt oder Heilpraktiker eine sichere Diagnose stellen kann, nachdem er mit Ihnen gesprochen und das kranke Kind untersucht hat. Sehen Sie diese Seiten als Hilfe zur Selbsthilfe und rufen Sie bei irgendwelchen Unsicherheiten einen Arzt oder Heilpraktiker Ihres Vertrauens.


Angina

Bei einer echten Angina handelt es sich um eine Infektion mit Streptokokken, einer bestimmten Bakterienart.
Je nach Lebensalter des Kindes läuft die Infektion ganz unterschiedlich ab:

Ganz allgemein kann man sagen, dass diese Streptokokkeninfektionen bei Säuglingen bis zum 6. Lebensmonat sehr leicht verlaufen und von einer gewöhnlichen Erkältung nicht zu unterscheiden sind.

Bis zum 3. Lebensjahr beginnt die Erkrankung dann schleichend mit langsamem Fieberanstieg und einem eitrigen Schnupfen. In dieser Altersstufe entwickeln die Kinder dann häufig eine Mittelohrentzündung.
Bei älteren Kindern verläuft die Infektion dramatischer:

2 bis 4 Tage, nachdem sich das Kind angesteckt hat, bekommt es plötzlich Fieber bis 40°C. Der rasche Temperaturanstieg geht manchmal mit Schüttelfrost, Erbrechen und Halsschmerzen einher. Bei gefährdeten Kindern muss man auch mit einem Fieberkrampf rechnen. Die Kinder fühlen sich sehr krank, klagen über Kopf- und Gliederschmerzen. Wenn man ihnen in den Mund schaut, fällt eine düsterrote Verfärbung der Rachenmandeln auf, die sich bis auf den Gaumen ausbreitet. In manchen Fällen sieht man weißliche Beläge auf den Mandeln. Ganz typisch ist das Aussehen der Zunge: Bei Krankheitsbeginn ist sie weiß belegt. Nach 3 bis 4 Tagen wird dieser Belag abgestoßen, und die Zunge sieht aus wie eine Erdbeere - hochrot mit punktförmigen Verdickungen.

Ohne Behandlung bleibt das Fieber bei Streptokokkeninfektionen 2 bis 6 Tage sehr hoch (über 39°C) und sinkt dann über mehrere Tage wieder auf Normalwerte ab. In den ersten Krankheitstagen kann sich begleitend eine Mittelohrentzündung und eine Schädigung des Herzmuskels entwickeln. Manchmal treten diese Begleitkrankheiten (ebenso wie eine Nierenschädigung) auch erst 2 bis 5 Wochen nach der Entfieberung auf. Um solche bedrohlichen Komplikationen zu verhindern, werden Streptokokkeninfektionen mit Penicillin behandelt. Wenn Ihr Kind also plötzlich hohes Fieber entwickelt und gleichzeitig über Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen klagt, dann sollten Sie es einem Arzt vorstellen. Das gleiche gilt, wenn ein Kind unter 3 Jahren über längere Zeit leicht erhöhte Temperaturen hat. Der Arzt kann mit einem Abstrich feststellen, ob es sich bei den Erregern der Krankheit um Streptokokken handelt und eine Antibiotikatherapie notwendig ist.

Das können Sie tun: Während der fiebrigen Phase sollte das Kind unbedingt Bettruhe einhalten. Besuch von anderen Kindern ist ebenso verboten wie ein Kindergarten- oder Schulbesuch. Bevor Ihr Kind wieder mit anderen spielen darf, wird der Arzt einen Rachenabstrich machen, um sicher festzustellen, ob es noch ansteckend ist.

Stand: 5. Februar 2007


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Dreitagefieber (Exanthema subitum)

Diese Infektion findet sich fast ausschließlich bei Kindern unter 2 Jahren. Sie bekommen plötzlich hohes Fieber, andere Symptome einer Infektion fehlen. Das Fieber hält drei bis vier Tage an, ohne dass ein Grund dafür erkennbar ist. Nach dieser Zeit sinkt das Fieber ebenso plötzlich, wie es kam, und es tritt am ganzen Körper ein fleckiger, hellrosa - farbener Ausschlag auf. Er verschwindet nach 2 bis 3 Tagen wieder. Die Kinder erholen sich rasch.

Komplikationen treten in der Regel nicht auf. Das Krankheitsbild ist in der hochfieberhaften Phase nicht sicher zuzuordnen. Sie sollten Ihr Kind daher einem Arzt vorstellen.


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Fieberkrämpfe

Ein steiler Fieberanstieg kann bei Kindern einen Krampfanfall auslösen. Man nimmt an, dass die Blutgefäße im Gehirn bei einem solchen Temperaturanstieg durchlässig werden und es zu einer Anschwellung des Gehirns kommt. Das Kind wird dann zunächst ganz steif. Nach etwa 20 bis 30 Sekunden fangen die Muskeln an, unkoordiniert zu zucken.

80% dieser Infektkrämpfe ereignen sich im ersten bis vierten Lebensjahr. In etwa 30% der Fälle wiederholen sie sich bei weiteren Infekten. Hat Ihr Kind das Schulalter erreicht, brauchen Sie mit weiteren Fieberkrämpfen nicht mehr zu rechnen, es sei denn, Ihr Kind hat eine Epilepsie entwickelt.

Hat Ihr Kind einmal einen Fieberkrampf erlitten, sollten Sie frühzeitig mit der medikamentösen Fiebersenkung beginnen. Bitte fragen Sie den behandelnden Arzt. Möglicherweise wird er Ihnen außerdem krampflösende Mittel verordnen, die Sie im Notfall selbst verabreichen können.


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Halsschmerzen

Wollen Sie Ihrem Kind in den Hals schauen, drücken Sie am besten die Zunge mit einem Löffelstiel vorsichtig nach unten und lassen das Kind gleichzeitig "aaah" sagen. Sorgen Sie gleichzeitig mit einer Taschenlampe für Beleuchtung.

Bei Halsschmerzen finden Sie hochrote Gaumensegel. Die Rachenmandeln können stark angeschwollen sein, bei einer einfachen Erkältung fehlen jedoch eitrige Beläge.

Das können Sie tun: Zwingen Sie Ihr Kind bei Halsschmerzen nicht zu essen, sorgen Sie aber dafür, dass es ausreichend trinkt. Wenn es alt genug ist, vorzugweiße kalte Getränke, die die Schmerzen dämpfen. Eine Portion Eiscreme schmeckt den kleinen Patienten nicht nur gut, sie lindert gleichzeitig auch die Halsschmerzen.

Naturheilmittel: Schon seit Großmutters Zeiten sind Halswickel bekannt.

Sie können Wickel mit Heilerde machen. Dazu verrühren Sie 5 bis 10 Esslöffel Heilerde mit lauwarmem Wasser zu einem dicken Brei. Diesen streichen Sie auf ein schmales Tuch, am besten auf eine Mullbinde. Dann decken Sie den Heilerdebrei mit einer Schicht Mull ab und legen den Wickel auf den Hals. Wickeln Sie ein Handtuch darum und lassen Sie den Wickel etwa 2 Stunden wirken.

Als hilfreich haben sich auch Zwiebelwickel erwiesen. Schneiden Sie eine große Zwiebel in Scheiben und erwärmen Sie diese (ohne Fett) in einem Topf. Wickeln Sie die Scheiben dann in ein Stück Mull und legen Sie diesen dann um den Hals Ihres Kindes. Vorsicht: probieren Sie erst mal am eigenen Hals aus, ob die Zwiebeln nicht zu heiß sind! Damit sich die Wärme länger hält, wickeln Sie dann noch einen warmen Schal um den Wickel und lassen ihn etwa 2 Stunden einwirken.

Ist Ihr Kind alt genug zu gurgeln, können Sie einen Aufguss aus Salbeiblättern herstellen. Dazu übergießen Sie 2 Teelöffel Salbeiblätter aus der Apotheke mit 1 Liter kochendem Wasser, lassen das Ganze 10 Minuten ziehen und seihen dann ab. Mit diesem Tee lassen Sie Ihr Kind mehrmals täglich gurgeln.
Homöopathie

Die Kinder klagen über plötzliche heftige Halsschmerzen, der Rachen ist leuchtend rot, der Mund trocken. Die Patienten haben das Bedürfnis, dauernd zu schlucken, obwohl es sehr weh tut: Belladonna D12.

Bei starken, stechenden Schmerzen und hohem Fieber mit großem Durst ist Aconitum D12 das richtige Mittel.

Bei Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung, wenn die Kinder frösteln und die Schmerzen bis ins Ohr ausstrahlen, wirkt am besten Gelsemium D12.

Sie sollten das entsprechende Mittel stündlich in einer Dosierung von 5 Globuli oder 1 Tablette verabreichen, bis die Beschwerden besser geworden sind. Dann reduzieren Sie auf die 3-mal tägliche Gabe.

Denken Sie bitte immer daran, dass sich hinter Halsschmerzen jederzeit eine Angina verstecken kann, die unbedingt in die Hände eines Arztes gehört. Wenn die empfohlenen Mittel also nicht schnell Linderung bringen, sollten Sie Ihr Kind einem Arzt Ihres Vertrauens vorstellen.

Schulmedizin: Wenn Ihr Kind darüber klagt, wegen der Halsschmerzen nicht einschlafen zu können, können Sie ihm die in Ihrer Apotheke erhältlichen Lutschtabletten verabreichen. Die handelsüblichen Präparate enthalten i.d.R. schmerzstillende und desinfizierende Bestandteile, andere außerdem lokal wirksame Antibiotika. Achten Sie zum Wohl der Zähne darauf, dass Sie ein zuckerfreies Präparat kaufen. Für eine optimale Wirkung sollten die Lutschtabletten möglichst lange in Kontakt mit der Schleimhaut stehen. Halten Sie Ihr Kind deshalb dazu an, die Tabletten nicht wie Bonbons zu lutschen, sondern möglichst lange im Mund zu lassen. In aller Regel reicht es aber aus, statt der Halsschmerztabletten etwas zu lutschen, das die entzündete Rachenschleimhaut anfeuchtet (z.B. Hals- und Rachenpastillen). Das bringt meist schon die gewünschte Erleichterung.

Stand: 5. Februar 2007


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Herpangina

Vor allem in den Sommermonaten kommt es immer wieder vor, dass Kinder ohne Vorwarnung Fieber bis 40°C bekommen und über Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen klagen. Dabei haben die Kinder weder Schnupfen noch Husten. Wenn Sie Ihrem Kind in den Mund schauen, sehen Sie im Gaumen 2-3 mm große Bläschen mit rotem Randsaum.

Meist erkennt man 5 oder 6 solcher Bläschen, in seltenen Fällen bis zu 20. Nach ein paar Tagen platzen die Bläschen, dann bleiben noch für 4 bis 5 Tage grau-gelb belegte Stellen zurück. Die Erkrankung dauert etwa 1 Woche.

Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich. Fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel bessern die Beschwerden, sollten aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Stand: 5. Februar 2007


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Husten

Ein Kind, das hustet, braucht viel zu trinken. Nur wenn der Körper ausreichend Flüssigkeit erhält, kann sich das Sekret in den Bronchien verflüssigen und abgehustet werden. Der Vorgang lässt sich beschleunigen, wenn Sie Ihrem Kind einen schleimlösenden Hustensaft verabreichen. Wählen Sie einen Saft, der zuverlässig wirkt und dabei keine Nebenwirkungen verursacht, z.B. Fenchelhonig oder Spitzwegerich-Hustensirup.

Inhalationen

Sie können die Brust des Kindes mit ätherischen Ölen einreiben. Wählen Sie dazu aber kein Präparat, das Kinderhaut reizt. Am besten verträglich und sehr wirksam sind Einreibungen mit Eukalyptus. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.

Die Inhalation mit Wasserdampf ist erst für ältere Kinder geeignet. Hierzu können Sie heißes Wasser in eine Schüssel füllen. Das Kind beugt sich dann mit dem Gesicht in den aufsteigenden Dampf. Zur Bildung einer feuchten Kammer hängt man der inhalierenden Person ein Handtuch über Kopf und Schultern. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Ihr Kind kann sich sonst Verbrühungen zuziehen. Viele Kinder bekommen bei dieser Art der Inhalation Angst. Dann ist es besser, einen einfachen Kunststoffinhalator zu benutzen. Das ist ein Kunststofftopf, der mit einem Deckel mit eingebauter Atemmaske verschlossen wird. Auch hier müssen Sie auf die geeignete Wassertemperatur achten. Gleichgültig für welche Form der Dampfinhalation Sie sich entscheiden, sie können dem Wasser zur Wirkverstärkung Heilkräuter wie Kamille oder Salbei zusetzen. Bitte dosieren Sie sehr zurückhaltend. Intensive Gerüche können Hustenattacken provozieren.

Wenn Ihr Kind häufig unter Husten oder gar unter einer chronischen Bronchitis leidet, lohnt sich die Anschaffung eines elektrischen Inhaliergerätes. Diese Ultraschallvernebler erzeugen sehr viel kleinere Feuchtigkeitströpfchen, als sie im normalen Wasserdampf zu finden sind. Diese winzigen Teilchen können sehr viel tiefer in die Verzweigungen der Luftröhre eindringen und entfalten daher eine bessere Wirkung. Es gibt spezielle Geräte für Kinder. Diese Geräte sind nicht für die Vernebelung ätherischer Öle geeignet. Sie sollten geeignete Zusätze wie Sole oder spezielle Zubereitungen schleimlösender Medikamente benutzen.

Lesen Sie bitte außerdem das Kapitel über Schnupfen. Dort finden Sie weitere Tipps zum Umgang mit hustenden Kindern.

Homöopathie

Je nach Art des Hustens haben sich verschiedene Mittel bewährt:

  • Bei trockenem, schmerzhaftem Husten: Bryonia D12
  • Bei plötzlichen heftigen Hustenanfällen: Drosera D12
  • Bei plötzlich beginnendem nächtlichem Husten, bei dem Kinder ängstlich und unruhig sind: Aconitum D12
  • Ist der Husten rasselnd locker und wird er durch Kältereize provoziert, ist Cuprum metallicum D12 das Mittel der Wahl.

Dosierung: Zunächst stündlich 5 Globuli oder 1 Tablette, nach Besserung der Beschwerden die gleiche Dosis 3-mal täglich.

Wenn sich die Beschwerden nicht rasch bessern, das Kind abhusten kann und das Fieber verschwindet, sollten Sie den kleinen Patienten einem Arzt Ihres Vertrauens vorstellen.

Stand: 5. Februar 2007


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Keuchhusten

Keuchhusten beginnt wie eine normale Erkältung mit Schnupfen und Husten, die Körpertemperatur ist nur leicht erhöht. Im Lauf weniger Tage verschlimmern sich dann die Beschwerden und verlagern sich immer mehr in die Nacht hinein. Dabei entwickeln sich allmählich die typischen Hustenattacken: nach tiefem Einatmen „bellen“ die Kinder etwa 15 bis 20 mal. In schlimmen Fällen läuft das Gesicht erst rot, dann blau an. Man hat den Eindruck, das Kind ersticke, bis es dann mit einem typischen krähenden oder juchzenden Ton wieder einatmet. Die Attacken können sich 4 bis 6-mal wiederholen. Nach heftigen Anfällen kommt es häufig zum Erbrechen. Die Schwere der Anfälle ist von Fall zu Fall ebenso unterschiedlich wie ihre Häufigkeit. Manche Kinder husten nur 10 bis 15-mal am Tag, andere bis zu 40-mal.

Nach 4 bis 6 Wochen werden die Hustenanfälle seltener und verschwinden schließlich ganz.

Besonders gefährlich ist der Keuchhusten für Säuglinge. Sie sind nicht durch mütterliche Antikörper geschützt. Bei ihnen kann es durch die Heftigkeit der Hustenattacken zu Einblutungen im Gehirn kommen; oder sie hören einfach auf zu atmen, statt zu husten. Aus diesem Grund ist bei keuchhustenkranken Säuglingen häufig eine Krankenhausbehandlung notwendig.

Wie fast alle Kinderkrankheiten ist auch der Keuchhusten schon ansteckend, bevor man ihn erkennen kann. Die ersten Krankheitszeichen treten 7 bis 14, selten bis zu 21 Tage nach der Ansteckung auf. Weil Säuglinge nicht über einen angeborenen Schutz verfügen und die Krankheit für sie sehr gefährlich ist, sollten Sie diese Kinder von Erkrankten fernhalten.

Das können Sie tun: Keuchhustenanfälle lassen sich durch äußere Einflüsse provozieren. Vermeiden Sie daher anfallsfördernde Faktoren wie Unruhe, Lärm, Dampf, Rauch und plötzliche Temperaturwechsel.

Nehmen Sie Ihr Kind während eines Anfalles zur Unterstützung der Atmung hoch.

Hustenmittel wirken nicht und sollten daher gar nicht erst eingesetzt werden.

Während der Anfangszeit der Erkrankung können die auslösenden Keime mit Antibiotika abgetötet werden. Die Kinder sind dann nicht mehr ansteckend. Wenn Sie also den Verdacht haben, dass Ihr Kind unter Keuchhusten leidet, sollten Sie es einem Arzt vorstellen. Das gleiche gilt, wenn es während der Erkrankung hohes Fieber bekommt. Dann muss untersucht werden, ob sich das Kind weitere Infektionen zugezogen hat.

Wenn die Anfälle länger als über 4 bis 6 Wochen anhalten, können Orts- oder Klimawechsel sowie ein Flug eine günstige Wirkung haben. Sicher nachgewiesen ist die positive Wirkung solcher Versuche allerdings nicht.

Stand 5. Februar 2007


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Masern

Die Kinder leiden zunächst immer unter Beschwerden wie bei einer Erkältung: Leichtes Fieber, Schnupfen, gerötete Augen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Husten. Schon während dieser Zeit sind die Patienten ansteckend (Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung, beträgt bei Masern 8 bis 12 Tage). Nach drei bis vier Tagen steigt das Fieber stark an und es breiten sich 2 bis 5 mm große Flecken aus, die zunächst leuchtend rot und leicht erhaben sind. Betroffen ist der ganze Körper, auch die Haut um den Mund. Der Ausschlag beginnt immer hinter den Ohren und breitet sich nach unten zu aus. Zuletzt erreicht er die Beine. Bei schweren Fällen können die roten Flecken zu großen Flächen verschmelzen, bei leichten Erkrankungen finden sich nur wenige Flecken. Nicht selten blutet es in diese ein. Das sieht dramatisch aus, braucht Sie aber nicht zu beunruhigen, denn es ist kein Hinweis auf einen schweren Verlauf der Erkrankung. In jedem Fall verschlimmert sich der Ausschlag 1 bis 2 Tage lang. Danach beginnt er abzublassen, wobei sich manchmal kleieförmige Schüppchen bilden. Die Flecken verschwinden in derselben Reihenfolge, in der sie auftraten: zuerst hinter den Ohren, zuletzt an den Beinen.

Bei Masern sind immer die Schleimhäute mitbetroffen. Wenn Ihr Kind nicht über Halsschmerzen klagt, hat es keine Masern. Auch die Hornhaut der Augen ist in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb sind die Kinder sehr lichtempfindlich. Sie sollten also dafür sorgen, dass die kleinen Patienten keinem grellem Licht ausgesetzt werden.

Kinder mit Masern fühlen sich sehr krank, erholen sich aber nach dem Abklingen des Ausschlages sehr schnell. Dennoch sollten Sie dafür sorgen, dass die Kinder noch ein paar Tage Ruhe einhalten, weil es im Anschluss an eine Masernerkrankung relativ häufig zu weiteren Infektionen kommt.

Die Behandlung der Masern beschränkt sich auf Fiebersenkung und die Therapie der Erkältungssymptome, soweit dies notwendig ist.

Hegen Sie den Verdacht, dass Ihr Kind Masern hat, sollten Sie es einem Arzt vorstellen, weil es zur Entwicklung einer schweren Lungenentzündung und gar nicht so selten zu einer Enzephalitis, d.h. zu einer Entzündung des Gehirns kommen kann. Besonders gefährdet sind Kleinkinder. Diese Komplikationen sind so häufig (1 Enzephalitis auf 1000 bis 3000 Masernerkrankungen) und so schwerwiegend, dass es in jedem Fall ratsam ist, Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Die Impfung hinterlässt, genau wie jede noch so leichte Masernerkrankung, eine lebenslange Immunität.

Stand: 5. Februar 2007


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Mittelohrentzündung

Bei Klein- und Schulkindern äußert sich eine Mittelohrentzündung in stechenden oder klopfenden Ohrenschmerzen. Manchmal tritt eitriges und schleimiges Sekret aus dem Ohr aus.

Bei einem Säugling sind die Krankheitszeichen nicht so eindeutig. Sie sollten dann an Ohrenschmerzen denken, wenn das Kind beim Trinken plötzlich aufschreit und die Flasche bzw. die Brust loslässt. Ein weiterer Hinweis ist das unruhige Hin- und Herwerfen des Kopfes.

Die Behandlung ist in allen Altersstufen die gleiche: Halten Sie das Ohr warm (z.B. mit einem Schal oder einem Kamillensäckchen, s. Seite Ohrenschmerzen). Starke Schmerzen und Fieber lassen sich durch Medikamente bessern. Das Eintropfen von abschwellenden Nasentropfen (in die Nase) bringt eine gewisse Erleichterung. Die Anwendung der Medikamente sollte aber nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Er wird nach der Untersuchung auch entscheiden, ob eine Antibiotikabehandlung notwendig ist.

Stand: 5. Februar 2007


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Ohrenschmerzen

Die Ohrenschmerzen, die den Kindern stark zusetzen können, gehen meist darauf zurück, daß die Tube - der Verbindungsgang zwischen Rachen und Mittelohr - zugeschwollen ist. Dadurch unterbleibt der Druckausgleich zwischen dem Mittelohr und der Außenwelt, das Trommelfell wird angespannt und verursacht die Schmerzen.

Das können Sie tun: Bei Ohrenschmerzen im Rahmen einer Erkältung nützen Ohrentropfen meist wenig. Vielmehr sollten Sie Ihrem Kind abschwellende Nasentropfen (oder besser ein Dosierspray) verabreichen. Die Tube öffnet sich dadurch wieder und die Schmerzen verschwinden.

Als angenehm empfunden wird Wärme. Wickeln Sie eine Handvoll Kamillenblüten aus der Apotheke in ein dünnes Tuch, binden Sie dieses zu und wärmen Sie es an. Legen Sie das Säckchen dann auf das schmerzende Ohr und befestigen Sie es mit einem Schal.

Tritt jedoch ein Sekret aus den Ohren aus, oder haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind schlechter hört, besteht Verdacht auf eine Mittelohrentzündung. Dann muss das Kind einem Arzt vorgestellt werden.

Homöopathie

Plötzlich auftretende heftige Ohrenschmerzen bei kaltem windigem Wetter, die sich nachts verschlimmern, können Sie mit Aconitum D12 behandeln.

Ist die Wange auf der Seite rot, auf der das Ohr schmerzt, die andere Wange blass, so wählen Sie Chamomilla D12.

Hört Ihr Kind auf der betroffenen Seite schlecht und werden die Beschwerden abends und nachts schlimmer, ist Pulsatilla D12 das Mittel der Wahl.

Die Dosierung bei akuten Beschwerden: stündlich 5 Globuli oder 1 Tablette. Wenn die Beschwerden besser geworden sind, brauchen Sie dem Kind das Medikament nur noch 3 mal täglich zu verabreichen.

Wenn Ihr Kind häufig über Ohrenschmerzen klagt, reichen diese Mittel nicht zur Behandlung aus. Sie sollten es dann einem Arzt Ihres Vertrauens vorstellen. Das Gleiche gilt, wenn sich der Zustand nicht schnell bessert oder schleimiges oder eitriges Sekret aus dem Ohr austritt. In diesem Fall besteht Verdacht auf eine Mittelohrentzündung.

Stand: 5. Februar 2007


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Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)

Die Kinder haben Fieber, das sehr hoch ansteigen kann, immer wieder abfällt und erneut ansteigt. Dieser Zustand kann über 2 bis 3 Wochen und länger anhalten. Dabei sind am ganzen Körper die Lymphdrüsen geschwollen, die Milz ist vergrößert. Fast alle Erkrankten leiden unter einer Mandelentzündung mit ausgedehnten Belägen.

In der Regel heilt das Drüsenfieber folgenlos ab. In schlimmen Fällen kann es aber zu Entzündungen der Leber, des Herzbeutels, der Nieren und vor allem des Gehirns kommen. Sie sollten Ihr Kind daher in jedem Fall einem Arzt vorstellen.

Die Patienten sollten bis einige Tage nach Abklingen des Fiebers unbedingt Bettruhe einhalten. Wenn auch die Leber entzündet ist, ist außerdem Schonkost angebracht, d.h. nichts Fettes und nichts stark Gewürztes.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist nur leicht ansteckend. Sie brauchen Ihr Kind also nicht zu isolieren.

Stand: 5. Februar 2007


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Röteln

Die Röteln beginnen, sofern die Kinder überhaupt erkennbar krank sind, mit einer leichten Bindehautentzündung, Niesen und evtl. Nasenbluten. Die Körpertemperatur liegt meist zwischen 38°C und 38,5°C. Manchmal entwickelt sich nach kurzer Zeit ein Ausschlag, der am Kopf beginnt und sich nach unten zu ausbreitet. Es handelt sich dabei um hellrote Flecken, die häufig kaum zu sehen sind und die im Gesicht zusammenfließen können. Nach drei Tagen verschwindet die Rötung wieder. In vielen Fällen fehlt sie ganz. Immer aber schwellen bei einer Rötelnerkrankung die Lymphknoten an, am stärksten im Nacken und in der Leiste. Die Nackenlymphknoten sind manchmal so dick, dass die Ohren abstehen. Aber auch diese Krankheitszeichen sind bei etwa 40% der Erkrankten so schwach ausgeprägt, dass man sie nicht erkennen kann. Es ist häufig nur mit einer Antikörperbestimmung im Blut möglich, eine sichere Diagnose zu stellen.

Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch den direkten Kontakt mit Rötelnkranken. Dabei sind die Röteln schon 6 Tage vor dem Beginn der klinischen Erkrankung und bis zu 10 Tage nach dem Abklingen des Rötelnausschlages ansteckend. Die Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit schwankt zwischen 14 und 24 Tagen. Aus diesen Gründen lässt sich selten genau feststellen, wo sich der Patient angesteckt hat.

Eine Behandlung der Röteln ist normalerweise nicht notwendig. Wenn Ihr Kind stark fiebert, können Sie fiebersenkende Maßnahmen ergreifen.

Die Kinder überstehen die Röteln in aller Regel ohne Komplikationen. Dennoch sollten zumindest die Mädchen zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr geimpft werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass sie sich später während einer Schwangerschaft anstecken. Eine Rötelninfektion in der Frühschwangerschaft führt zu Fruchtschäden. Die Impfung hinterlässt eine langdauernde Immunität, so dass die Mädchen vor eine Infektion während einer späteren Schwangerschaft geschützt sind.

Stand: 5. Februar 2007


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Scharlach

Auch bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Infektion mit Streptokokken. Der Unterschied zur Angina besteht im Grunde darin, dass eine Angina ohne Ausschlag abläuft.

Der Scharlachausschlag tritt schon einen halben bis 2 Tage nach Krankheitsbeginn auf. Es bilden sich stecknadelkopfgroße, leicht erhabene, scharlachrote Punkte. Der Ausschlag beginnt in der Schlüsselbeinregion, am Hals und in der Leiste und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Das Gesicht bleibt dabei jedoch ausgespart. Lediglich die Wangen röten sich. In vielen Fällen vergeht der Ausschlag sehr schnell wieder. Typischerweise kommt es danach zu einer Hautschuppung, die bis zu 8 Wochen anhalten kann.

Der Verlauf der Erkrankung und auch ihre Behandlung entspricht der einer Angina. Lesen Sie also bitte auch dieses Kapitel.

Ein Kind, bei dem Verdacht auf Scharlach besteht, muss einem Arzt vorgestellt werden.

Stand: 5. Februar 2007


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Schnupfen

Wenn Ihr Kind einen Schnupfen hat, sollten Sie dafür sorgen, dass die Nase läuft. Bei einem Stocken des Sekretflusses riskiert man bei Kleinkindern die Entstehung einer Mittelohrentzündung. Sie können eine verstopfte Nase wieder frei bekommen, indem Sie kochsalzhaltige Nasensprays oder -tropfen verabreichen. Die Nase fängt dann wieder an zu laufen, das Sekret fließt ab. Mit diesen salzhaltigen Mitteln können Sie großzügig umgehen. Im Gegensatz dazu sind abschwellende Nasentropfen oder -sprays nur mit Vorsicht anzuwenden. Sie sollten bei Säuglingen nur vor einer Mahlzeit zum Einsatz kommen, weil diese Kinder bei zugeschwollener Nase nicht schlucken können. Bei älteren Kindern geht es meist ohne die abschwellenden Medikamente. In Ausnahmefällen und nur über kurze Zeit können Sie angezeigt sein, wenn ein Kind wegen der zugeschwollenen Nase nicht schlafen kann.

Große Erleichterung beim Atmen - sowohl bei Schnupfen als auch bei Husten - bringt das Einreiben der Brust mit ätherischen Ölen. Doch Vorsicht! Nicht alle Mittel sind für Kinder geeignet. Wählen Sie ein Präparat aus, das kein hautreizendes Menthol enthält.

Außerdem sollten Sie für kühle, feuchte Luft im Schlafzimmer sorgen. Dies erreichen Sie durch häufiges Lüften und durch das Aufhängen feuchter Tücher im Zimmer. Die Raumtemperatur während des Schlafes sollte nicht über 20°C liegen. Ziehen Sie Ihr Kind lieber wärmer an und sorgen Sie dafür, dass es sorgfältig zugedeckt ist.

Homöopathie

Bei dickem, gelbem Nasensekret und einem Kitzelhusten können Sie Ihrem Kind Kalium bichromicum D12 verabreichen. Es führt meist rasch zum Abfluss des Sekretes und das Kind kann besser atmen.

Leidet das Kind abwechselnd unter Fließ- und Stockschnupfen, der sich abends verschlimmert und in frischer Luft besser wird, können Sie einen Behandlungsversuch mit Pulsatilla D12 durchführen.

Auch hier verabreichen Sie das gewählte Mittel zunächst stündlich (5 Globuli oder 1 Tablette), nach Besserung der Beschwerden 3-mal täglich.

Stand: 5. Februar 2007


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Windpocken

Die Windpocken sind sehr ansteckend. Das Virus, das die Krankheit verursacht, kann sogar durch Luftzug übertragen werden, daher der Name.

Etwa 2 Wochen nach Kontakt mit einem Windpockenpatienten bekommen die Kinder leichtes Fieber und fühlen sich meist etwas unwohl. Dann kommt es zur Bildung von Bläschen auf ansonsten unveränderter Haut. Diese sind zunächst mit einem wässrig-klaren Inhalt gefüllt, trocknen dann aus und heilen unter Bildung bräunlicher Schuppen ab. Da sich die Bläschen in Schüben entwickeln, finden sich gleichzeitig gefüllte und eingetrocknete Bläschen sowie Schuppen. Die Haut sieht aus wie ein „Sternenhimmel“. Betroffen ist der ganze Körper, auch Arme, Beine und der behaarte Kopf. Auch auf den Schleimhäuten von Mund, Auge und Genitalien bilden sich Bläschen. Handinnenflächen und Fußsohlen bleiben dagegen ausgespart. Innerhalb einer Woche ist in der Regel alles folgenlos abgeheilt. Zur Narbenbildung kommt es nur, wenn das Kind die Bläschen aufkratzt. Dies sollten Sie also verhindern. Es gibt in Ihrer Apotheke juckreizstillende, desinfizierende Puder und Zinkschüttelmixturen, die Sie auf die Haut auftragen können. Fangen die zerkratzten Bläschen an zu eitern, sollten Sie das Kind einem Arzt vorstellen.

Gewöhnlich fühlen sich die Kinder während der Windpocken nicht besonders krank, und es kommt nur in Ausnahmefällen zu Komplikationen. Lebensgefährlich kann die Krankheit jedoch bei Neugeborenen werden. Wenn Sie also von Windpocken-, oder Gürtelrose-Erkrankungen hören, sollten Sie Ihr Neugeborenes fernhalten. Sind Sie persönlich in Kontakt mit einem Windpockenkranken gekommen, empfiehlt es sich, einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft machen, bevor Sie Ihre eigenen Kinder aufsuchen. Ein solches Auslüften reicht schon aus, um eventuell aufgefangene Erreger loszuwerden.

Stand: 5. Februar 2007


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Zahnungsbeschwerden

Viele Kinder bekommen ihre Zähne fast problemlos. Wenn man in den Mund schaut, sieht man plötzlich, wie wieder ein neues Zähnchen durchbricht. Bei anderen merkt man, dass sie unruhig sind und gerne auf etwas herumkauen.

Manche Kinder aber bekommen bei jedem neuen Zahn Fieber und/oder Durchfall.

Das können Sie tun: Wenn der Durchbruch eines Zahnes offensichtlich Beschwerden verursacht, können Sie das Zahnfleisch des Kindes mit speziellen schmerzstillenden Gelen aus der Apotheke bestreichen. Eine weitere Möglichkeit ist, dem kleinen Patienten ein homöopathisches Mittel mit dem Wirkstoff Chamomilla D6 zu verabreichen. Es gibt dies in Form von Tabletten oder Globuli. In akuten Fällen können Sie Ihrem Kind stündlich 5 Globuli oder 1 Tablette in die Backentasche stecken, bis die Beschwerden sich bessern. Dann reduzieren Sie auf die 3-mal tägliche Gabe.

Das Zahnungsfieber ist selten so hoch, dass fiebersenkende Maßnahmen erforderlich sind. Wenn doch, reichen häufig Wadenwickel völlig aus.

Bei Durchfall ist es äußerst wichtig, dass das Kind viel trinkt. Handelt es sich nur um weiche Stühle, die aber nicht häufiger auftreten als normaler Stuhlgang (manche Säuglinge machen ja bei jeder Mahlzeit in die Windeln), sind weitere Maßnahmen nicht notwendig. Sie sollten dann nur darauf achten, dass Sie den Po des Kindes sorgfältig mit einer gut haftenden Creme vor Hautreizungen schützen. Wird die Stuhlfrequenz häufiger als gewöhnlich, verliert Ihr Kind wichtige Salze, die mit einem geeigneten Präparat aus der Apotheke ersetzt werden müssen.

Stand: 5. Februar 2007


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